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Biometrie: Anwendungen und Technologien
christina

Das weite Feld der Biometrie beschäftigt sich der Definition nach mit der automatischen Identifizierung einer Person durch Körpermerkmale wie z. B. Fingerabdruck oder Gesichtsform. Derartige biometrische Technologien gewinnen im Bereich der Informationstechnologie immer mehr an Bedeutung und werden schon in Bereichen wie der Mensch-Maschine-Kommunikation eingesetzt (z.B. Zugangskontrolle per Fingerabdruck, etc.).

Im Folgenden sollen die Anwendungen durch verschiedene biometrische Systeme näher erläutert werden:

Videokonferenzsysteme: Biometrische Verfahren unterstützen die Video- und Audioübertragung durch zielgerichtete Steuerung der Kamera, des Objektivs oder der Ausrichtung des Mikrofons. Mithilfe dieser Verfahren kann jeweils der Sprecher auch in einer großen Gesprächsrunde genau lokalisiert werden, so dass sich das Konferenzsystem automatisch an die aktuelle Sprecherposition anpassen kann.

Spracherkennung: In einer Umgebung mit starken Hintergrundgeräuschen kann es hilfreich sein, das Mikrofon exakt auf den Sprecher zu richten, damit eine qualitativ hohe Übertragung möglich ist. Dies könnte über eine automatische Steuerung des Mikrofonarrays von einem Computer übernommen werden, der im Videobild eine Person anhand der Lippenbewegungen als Sprecher erkennt und so ihre Position genau ermittelt. Darüber hinaus kann die Lippenbewegung selbst als zusätzliche Informationsquelle zu rein akustischen Signalen hinzugezogen werden.

Sicherheitsanwendungen: Durch biometrische Systeme  lassen sich weiterhin durch den Einsatz von Echtzeit-Computern Gefahrensituationen entschärfen, indem z.B. der Lidschlag eines Autofahrers bei längeren Fahrten  gemessen wird. Werden keine Reaktionen mehr durch den Computer gemessen, ertönt automatisch ein Warnton. Reagiert der Fahrer nicht darauf kann z.B. eine Zwangsbremsung veranlasst oder eine Benachrichtigung an eine Verkehrsleitstelle vom System gesendet werden.

Werbewirkungsforschung: Der Einsatz von biometrischen Systemen kann auch in der Werbewirkungsforschung, z.B. in Form von Blickrichtungsanalysen, eingesetzt werden. Hier können zum Beispiel Attraktivität und Akzeptanz von Anzeigen, etc. ermittelt werden. Weiterhin lässt sich feststellen, wie lange ein Zuschauer ein Werbemedium betrachtet und wohin er schaut.

Zutritts-/Zugangskontrolle: Durch den Einsatz biometrischer Kontrollsysteme wie Netzhautscan oder Fingerabdruckerkennung kann die Berechtigung innerhalb von sicherheitsrelevanten Bereichen für jede einzelne Tür individuell und benutzerfreundlich geregelt werden.

Inhaltsbasierte Medienanalyse: Die Biometrie erlaubt eine sehr spezielle Suche im Internet, mit der es möglich ist, nach Beiträgen zu suchen, die Bilder einer bestimmten Person/eines Objektes beinhalten. Weiterhin kann durch die Echtzeitfähigkeit der Systeme eine Suche im laufenden TV-Programm durchgeführt und z.B. Programme gesperrt werden.

 

Um die genannten Anwendungen umzusetzen, können die Technologien der Gesichtsdetektion, des Lippenlesens, der Gestikerkennung, der Sensor-Fusion (Gewinnung von multimodalen biometrischen Signalen und darauf folgende Kumulation der Signale zur Ermittlung eines Ergebnisses) und der Mimikerkennung eingesetzt werden.

Diese Anwendungen und Technologien aus dem Bereich der Biometrie befinden sich noch in der Entwicklungsphase, könnten aber jedoch in der Medien- und IT-Branche ganz neue Möglichkeiten und Ansätze aufwerfen. Somit ist zu beobachten, ob sich die oben dargestellten Systeme in Zukunft bei der kritischen Masse durchsetzen werden.

 

Was meint Ihr dazu?

Weitere Infos dazu unter:

http://www.bsi.de/fachthem/biometrie/index.htm

Erstellt von: Christina am 29.02.2008 15:37 Kommentar hinzufügen

Die ersten Punkte sind ja noch ganz nett. "Biometrie im weiteren Sinne" wie es auf der verlinkten Seite genannt wird ist ja noch akzeptabel. Aber die erkennung *ob* man es mit (irgend)einer Person zu tun hat ist nicht das was landläufig mit dem Begriff Biometrie verbunden wird sondern die genaue Identifizierung einer Person. Ich würde ein Produkt zum Verfolgen des Sprechers eines Vortrags eher mit den Schlagworten "Mustererkennung" bzw. "Signalverarbeitung" verkaufen. Aber sei's drum.

Aber die letzten drei Punkte haben es in sich. Ich will nicht dass jemand genau forscht wohin ich wie lange schaue. Mir bereitet schon die Vorstellung unbehagen. Und wie benutzerfreundlich es ist, wenn mir wie einem Verbrecher die Fingerabdrücke abgenommen werden ist wohl auch eher Geschmackssache. Auch beim letzten Punkt bekomme ich Bauchschmerzen. Sehe nur ich dort in riesengroßen Lettern "ZENSUR" dran stehen?

"Somit ist zu beobachten, ob sich die oben dargestellten Systeme in Zukunft bei der kritischen Masse durchsetzen werden."

Ich hoffe überhaupt nicht!

Erstellt von: Thomas am 29.02.2008 17:20

Ich denke, dass Christina eher einen allgemeinen Überblick über das Thema und die Möglichkeiten, die aus diesen Technologien resultieren, darstellen wollte. Natürlich ist fraglich, inwieweit diese Daten „missbraucht “ werden können, da sie für sämtliche Bereiche höchst interessante Informationen enthalten. Jedoch eröffnen sich meiner Meinung nach auch positive Nutzungsmöglichkeiten, denn es gibt User, die Ihre Informationen freiwillig zur Verfügung stellen, wie zum Beispiel Teilnehmer von Online-Panels etc. ich halte auch die inhaltsbasierte Medienanalyse halte für nützlich, da man hier z. B. die Möglichkeit hat Kinder auf eine relativ unkomplizierte Weise vor gewalttätigen oder p***ografischen Inhalten in den Medien zu schützen.
Es steht jedoch fest, dass diese Systeme verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen, um Missbrauch vorzubeugen. Jedoch denke ich, dass die genaue Verifizierung von Daten in diversen Bereichen sehr nützlich sein kann. Es geht also nicht darum Daten zu unserem Verhalten zu „stehlen“, sondern diese in unserem Sinne zu verwenden.
Ich denke, dass sich hier nur schwer ein gemeinsamer Nenner finden lässt, da die Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig sind und sowohl zum Fortschritt als auch zum Missbrauch genutzt werden könnten.
Wie gesagt: „Somit ist zu beobachten, ob sich die oben dargestellten Systeme in Zukunft bei der kritischen Masse durchsetzen werden.“…
…Wir werden sehen;-)…

Erstellt von: Martina am 04.03.2008 15:58